Überfälle im Doppelpack am 16.5.2001

Am 16.5.2001 wurde meine Haustür zum ersten Mal eingeschlagen.

Doch erst kamen die Fenster dran:

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Der Stein, der gegen das hintere Fenster geworfen wurde, prallte gegen die Scheibe und machte ein Loch in die Laibung. Als es geschah, um 1 Uhr nachts, stand ich 50 cm neben dem eingeschlagenen Fenster und sah die Täter über den Mauerweg flüchten, und zwar in der Richtung zum Platz Am Wasserfall.

Die Steine gegen die anderen Fenster gingen daneben und schlugen Löcher in die Hauswand. Hier ist eines davon:

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Ich rief die Polizei an. Die Streife kam. Einer der Polizeibeamten klopfte zynische Sprüchlein, es werde wohl auch diesmal mit der Aufklärung nichts werden. Die Beamten unternahmen nicht die geringsten Anstrengungen die Täter zu finden. Die Beamten sagten, ich solle die Scherben wegfegen, und fuhren weg.


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b010516f3.jpg Zweiundzwanzig Stunden später kamen die Randalierer wieder und warfen die Fenster ein, die den ersten Angriff überstanden hatten.

Überall erwischte es auch die Laibungen.









Die Haustür wurde eingeschlagen und der Türknauf beschädigt.

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Diesmal wartete ich nicht auf die Polizei, sondern machte mich sofort an die Verfolgung.

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200 m nördlich am Mauerweg, auf dem Platz Am Wasserfall, fand ich dieses Motorrad. Es stand, wo es laut StVO nicht stehen durfte, und war einigermaßen versteckt. Dieses Motorrad stand dort nie zuvor und niemals danach. Es gehörte dem Enkel des örtlichen Alkohol-Händlers. Besagter Enkel war in den Jahren zuvor mit allerlei Delikten hervorgetreten. Eine der Figuren, die ich hatte flüchten gesehen, entsprach ihm.

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Für die Randale waren Verbundsteine eines bestimmten Typs benutzt worden. Wie Nachforschungen an den nächsten Tagen ergaben, stammten sie von einem Grundstück in der Untergasse (Bild links). Die Täter hatten sich an den schweren Steinen verhoben und legten einen auf einen Haufen (Bild rechts). So ließ sich der Anmarschweg bestimmen.

Der Anmarschweg begann Am Wasserfall, dort wo das Motorrad stand, und endete Am Brücker Tor. Der Fluchtweg begann Am Brücker Tor und führte zum Platz Am Wasserfall, dort wo das Motorrad stand. Somit bestand kein vernüftiger Zweifel mehr, dass der Enkel des Alkohol-Händlers an der Randale beteiligt war.

Dem Polizisten POK Erhardt, der sich immerhin etwas um die Ermittlungen bemüht hatte, wurde der Fall entzogen. Stattdessen wurde POK Wilke aus der Gruppe des PHK Ochs mit den Ermittlungen beauftragt. Dem Polizisten Wilke erzählte der Enkel des Alkohol-Händlers, er habe das Motorrad Am Wasserfall abgestellt, weil es defekt gewesen sei. POK Wilke fragte ihn nicht, was das für ein Defekt gewesen sei und warum er sein teures Motorrad auf einen dunklen Platz geschoben hatte, statt es - viel bequemer und sicherer - bergabwärts nach Hause rollen zu lassen.

Die Staatsanwaltschaft Marburg beschied, der Enkel des Alkoholhändlers habe überzeugend erklärt, warum sich sein Motorrad zur Tatzeit dicht am Tatort befand. Der Generalstaatsanwalt entblödete sich nicht zu behaupten, ich hätte die Täter möglicherweise gar nicht gesehen.

Tipp für Bankräuber: Wenn euer Auto bei der Flucht streikt und ihr zu Fuß verduften müsst, dann ist das gut für euch. Ihr müsst der Polizei nur erzählen, ihr hättet das Auto im Halteverbot abgestellt, weil es einen Defekt hatte. Dann glaubt die Polizei, dass ihr die Bank nicht ausgeraubt habt. Ihr müsst aber einen Verwandten haben, der zum Filz gehört. Sonst funktioniert es nicht.

Dass Polizei und Staatsanwaltschaft nicht die geringsten Bemühungen machten, den ihrer Meinung nach wahren Täter zu finden, versteht sich.


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Die Katze wurde in der Nacht zum 16.5.2001 50 m vor meinem Haus totgefahren. Ein hier typisches Resultat der Raserei in engen Gassen. Das Fahrschul-Auto hat nur insoweit etwas damit zu tun, als es um den Kadaver herumfährt.

zur lieben Justiz

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