Falsche Verdächtigung

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Am 14.1.2001 entdeckte ich eine wilde Mülldeponie im Wasserschutzgebiet bei Stadtallendorf. Aus diesem Gebiet werden große Teile Nord- und Mittelhessens mit Trinkwasser versorgt. Der Müll enthielt hochgiftige Stoffe, dabei Xylol.

"Wenn etwas nicht stimmt, sprich deine Polizei an!" dachte ich, rief die Polizeistation Stadtallendorf (06428 93 05 0) an und bat den wachhabenden Beamten, sich für die umgehende Beseitigung des Giftmülls einzusetzen. Der Biedermann in Uniform versicherte mir, die Polizei werde sich darum kümmern.

Doch mehr als drei Wochen lang wühlten Leute im Dreck und verstreuten ihn immer breiter im Wald.

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Schnee und Regen spülten das Gift in den Boden.

Als der Dreck am 8.2.2001 immer noch da lag, schickte ich eine Erinnerung an die Polizei. Und als auch am 11.2.2001, also vier Wochen nach der Entdeckung, keine Besserung eingetreten war, schickte ich die gleiche Erinnerung an die Obere Naturschutzbehörde in Wetzlar, und zwar als Dienstaufsichtsbeschwerde.

Mein Schreiben an die Obere Naturschutzbehörde wirkte als Kettenbrief. Er wurde von einer Behörde zur anderen "zuständigkeitshalber" weitergereicht. Schließlich landete er bei Manfred Vollmer, dem Bürgermeister von Stadtallendorf. Dieser schickte mir am 4.4.2001 eine Postille, in der er "feststellte", die Stadt Stadtallendorf sei ihren Räumungspflichten am 6.2.2001 (d.h. drei Wochen nach der Entdeckung des Giftmülls) "unverzüglich" nachgekommen. Ich hätte die Unwahrheit gesagt, da ich behauptet hätte, den Müll noch am 11.2.2001 gesehen zu haben.

Es liegt unter meiner Würde, mich mit Leuten wie Vollmer einzulassen. Ich antwortete ihm nicht.

Bei Vollmers verlogener Postille blieb es nicht. Ich wurde der falschen Verdächtigung bezichtigt (§164 StGB, bis zu 5 Jahren Gefängnis). Als ich einer Vorladung in die Polizeistation Stadtallendorf folgte, erfuhr ich, dass es tatsächlich nur um die Differenz zwischen dem 6. und dem 11.2.2001 ging. Anzeige gegen mich hatte der Leiter der Polizeistation Stadtallendorf EPHK Mertner von Amts wegen erstattet.

Pech für Vollmer und Komplizen: Ich legte ein Schreiben des Umweltamts Marburg vor, von dem Vollmer & Co. nichts gewusst hatten. Der Giftmüll war erst am 15.2.2002, vier Tage nach meiner Dienstaufsichtsbeschwerde geräumt worden. Die Intrige flog auf. Das Ermittlungsverfahren gegen mich wurde zwar von Staatsanwalt Ahne eingestellt, doch den wahren Grund der Einstellung hat er vertuscht.

Das, was Vollmer und Co. getrieben haben, nennt sich im Strafgesetzbuch Verfolgung Unschuldiger, falsche Verdächtigung, Verleumdung etc., von der gemeingefährlichen Schlamperei mit dem Giftmüll abgesehen. Vollmer, Ahne, Mertner, Ochs und einige andere gehören vor ein öffentliches Gericht. Indessen wimmelte Staatsanwalt Ahne, einer der Komplizen, meine Strafanzeige gegen Vollmer ab.

Von hessischen Staatsanwälten werden schwere Straftaten begangen. Wenn eines ihrer kriminellen Manöver platzt, ist das für die Staatsanwälte nicht tragisch. Entweder decken sie sich selbst oder sie werden von ihren Kollegen gedeckt. Und was das geplatzte Manöver angeht, probieren sie es bei nächster Gelegenheit einfach noch einmal.

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