Die Hakenkreuz-Galiere an der Ohm-Brücke

Ohm-Brücke zwischen Amöneburg
und Kirchhain-West
Dieses Foto der Ohm-Brücke der B62 zwischen Amöneburg und Kirchhain-West wurde im Frühjahr 2010 aufgenommen. Bei der Aktion, um die es auf dieser Seite geht, war jedoch Winter. Es war kälter als 0 Grad und es hatte geschneit. Bemerkenswert an diesem Bild ist nur, dass die Brücke auch von unten leicht zugänglich ist. Zwei kleine Straßen verlaufen auf beiden Ufern. Das ist kein abgelegener Platz - weder auf der Brücke noch darunter.

Am 28.1.2004 etwa um 13 Uhr waren ein dreiköpfiges Fernsehteam der ARD und ich an der Ohm-Brücke der B62 zwischen Amöneburg und Kirchhain. Unter der Brücke hatte sich eine umfangreiche Hakenkreuz-Galerie entwickelt:

  1. 6 Hakenkreuze von 10 bis 40 cm Durchmesser
  2. 1 so genanntes Antifa-Hakenkreuz
  3. 1 "Sieg Heil", sehr groß
  4. 1 "Juden raus"
Ich habe die Polizei angerufen (110) ohne zu sagen, dass ein Fernsehteam dabei ist, und wieder einmal nur hinhaltendes Geschwafel zu hören bekommen: Irgendwann werde ein Streifenwagen dorthin kommen, irgendwann werde der Staatsschutz informiert. Er war kalt. Wir froren. Ich fragte, wann der Streifenwagen kommen würde? "In einer halben Stunde!" Die Fahrzeit von der Polizeistation Stadtallendorf bis zu dieser Stelle beträgt 15 min, vom Polizeiposten Kirchhain 5 min. Den Namen des Beamten am Telefon habe ich als "Schweikart" oder "Schweigert" verstanden.

Wir haben eine dreiviertel Stunde gewartet. Dann habe ich die aufgezählten Hass-Symbole mit grauer Farbe überstrichen. Ich habe die Polizei via 110 davon informiert und mitgeteilt, ich sei nach dem langen Warten durchfroren und werde nach Hause fahren. Wenn die Polizei innerhalb von 55 min gekommen wäre, hätten wir das bemerkt.

Ich fuhr mit dem Fahrrad zurück, das Fernsehteam mit dem Auto. Wir trafen uns in meinem Haus in Amöneburg. Gegen 14 Uhr 50 wurde an meiner Tür dominant geklopft: zwei Beamte der Kripo, die sich sofort auf unsere Aktion an der Ohm-Brücke bezogen. Die Kripos waren sehr überrascht, dass ich nicht allein war. Sie taten zunächst trotzdem forsch und nahmen die Personaldaten der drei Fernsehleute auf - mit Geburtsdatum und Geburtsort wie von Beschuldigten. Die Kripos wurden erst vorsichtiger, als sie erfuhren, dass der gesamte Vorgang gefilmt worden war. Der Fernsehleute boten der Polizei an ihre Aufnahmen zur Verfügung zu stellen. Das Angebot wurde meines Wissens nie wahrgenommen.

Es wäre schön, wenn sich Polizei (Staatsschutz, Kripo etc.) und die Justiz mit der gleichen Intensität, mit der sie mich und andere schikanieren, auch einmal um die "einheimischen" Nazis gekümmert hätten.

3 Hakenkreuze 
unter der Ohm-Brücke bei Kirchhain
3 der insgesamt sieben Hakenkreuze unter der Ohm-Brücke bei Kirchhain.

2 Hakenkreuze 
unter der Ohm-Brücke bei Kirchhain
2 der sieben Hakenkreuze unter der Ohm-Brücke bei Kirchhain.

Noch ein Hakenkreuz unter der Ohm-Brücke bei Kirchhain. 1 Hakenkreuz
unter der Ohm-Brücke bei Kirchhain

Antifa-Hakenkreuz
unter der Ohm-Brücke bei Kirchhain
Eins der Hakenkreuze war durchstrichen und darunter "Gegen Nazis" geschrieben. "Gegen Nazis" habe ich selbstverständlich nicht überstrichen; das ist heute (Mai 2010) noch da. Foto von der südlichen Kante der Ohm-Brücke. Das Fahrrad vermittelt einen Eindruck von der Größe der Symbole.

Sieg Heil unter 
der Ohm-Brücke bei Kirchhain
"Sieg Heil" mit Sig-Rune bei Kirchhain. Foto von der Nordseite der Ohm-Brücke. Links die Ohm.

Juden raus unter 
der Ohm-Brücke bei Kirchhain
"Juden raus" bei Kirchhain. Foto von der nördlichen Kante der Ohm-Brücke.

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