Wolfgang Minder macht einen Film


Im Dritten Reich wurden "Personen mit querulatorischen Neigungen" durch das "Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses" vom 1.1.1934 erfasst und konnten nach dem "Gesetz über die Behandlung Gemeinschaftsfremder" vom 1.1.1944 als Personen, die "aus Unverträglichkeit oder Streitlust den Frieden der Allgemeinheit hartnäckig stören (Störenfried)" polizeilich überwacht, in Anstalten untergebracht und sogar mit Todesstrafe bestraft oder unfruchtbar gemacht werden.

Autorin: J.Zier, in "Querulanz in Gericht und Verwaltung" von A.Dinger und U.Koch, München 1991.

Prototyp des Querulanten ist ein Jude namens Jeschua haNozri, lateinisch IESVS NAZARENSIS, der sich in Galilea und Judäa vor zweitausend Jahren mit allen Machthabern gleichzeitig anlegte. Besagter Jesus wurde in einem rechtsstaatlichen Zwei-Instanzen-Prozess unter Vorsitz des Herrn Landgerichtspräsidenten Kaiphas und des Herrn Stellvertretenden Oberlandesgerichtspräsidenten Pilatus rechtskräftig zum Tod verurteilt.

Quelle: Das Neue Testament, Stuttgart 1961.


Querulanz ist weder eine Geisteskrankheit noch ein die Geschäfts-, Prozess- oder Zurechnungsfähigkeit berührender Zustand, sondern hartnäckige Kritik und furchtloser Widerspruch gegen irgendwelche Zu- oder Missstände, meistens besonders intelligenter und sensibler Menschen, gewiss oft überzogen und eskalierend bis zum Exzess. "Querulant" war z.B. Michael Kohlhaas, "Querulanten" waren aber auch Luther, Voltaire, Galilei und Giordano Bruno, Fritz Reuter, Heinrich Mann. "Querulanten" sind Martin Niemöller, Andrej Sacharow und Alexander Solschenizyn.

Autor: J.Hellmer.

Endlich hat Wolfgang Minder, heiße Hoffnung des jungen deutschen Cinema, ein Feature über sich selbst gedreht. In dem epochalen Reißer treibt Minder die Seelenwanderung auf die Spitze. Sein Wille und seine Vorstellungen fahren in die Körper anderer und lassen sie sklavisch tätig werden. Die geniale, gemeinsam mit Wilfried Prill erstellte Selbstparodie heißt Querulanten.

Wolfgang Minder alias Zwerg Nase (links)

Hier bemühen sich Minder und sein Kameramann um den zweiten Hauptdarsteller: mein Fahrrad. In Nebenrollen wirken mit: Rainer Hoffmann, der gesunde doitsche Volkszorn, gediegene Staatsdiener, viele andere und meine Geringfügigkeit. Mich hat Wolfgang Minder nur in seinen Film genommen, weil er jemanden vorzeigen wollte, der eine noch schrecklichere Nase hat als er selbst. Zu den prägnantesten Szenen des Films wurden die Vernichtung der Hakenkreuz-Galerie an der Ohm-Brücke und die Aktion beim Aktionsbüro Mittelhessen.

Kampfkatze Mecky Bei den Dreharbeiten verriet Wolfgang Minder Geheimnisse des investigativen Journalismus. Er gab sich als Maus aus und provozierte Mensah-Schramms Kampfkatze Mecky, bis Mecky Äußerungen tat, zu denen sie sich in seelisch ausgeglichenem Zustand nie hätte hinreißen lassen. Nach den Dreharbeiten waren alle erschöpft.


HÖCHSTWICHTIGER NACHTRAG!!!

Rainer Hoffmann hat diese Seite kritisiert. Er schreibt in einer E-Mail vom 23.3.2004:

Ihre Minder-Webseite unter http://www.geocities.com/althand/minder.html ist ja ganz spassig...für mein Verständnis aber etwas zu sehr ironisch...
Ich könnte ja beleidigt sein, dass Sie mir nur eine N_e_b_e_n - rolle in diesem "XXX"-Film zugestehen...

Ich streue Asche auf meinen sündigen Scheitel. Rainer Hoffmann ist natürlich noch vor Wolfgang Minder und meinem Fahrrad die dritte Hauptperson des Films.

An der Stelle mit den "XXX" steht in der originalen E-Mail etwas Anzügliches, das ich hiermit zensiere.

Der "XXX"-Film sollte am 7. April 2004 um 22:30 vom WDR erstmalig ausgestrahlt werden. Daraus wurde aber nichts. Angeblich stand etwas Dringenderes aus dem Kosovo an: Wie gutherzige deutsche Polizisten der unvernünftigen fremdländischen Bevölkerung helfen. Minder hat den Film nochmals überarbeitet, bevor er am 16.6.2004 tatsächlich gesendet und danach mehrmals wiederholt wurde.

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