Ödie-Glossar

Der Öffentliche Dienst ist die gewaltigste Anstalt für die Vernichtung von Talent und gutem Willen. Die Insassen werden als Ödies oder - altmodisch - als Staatsdiener oder - historisch - als Hofschranzen bezeichnet.

Ob der Öffentliche Dienst irgendwelche Dienste erbringt, ist umstritten. Beispiel: Wendet sich ein Handwerker, dem seine Arbeit nicht bezahlt worden ist, an Gericht und Gerichtsvollzieher, muss der schon geschädigte Handwerker zusätzlich saftige Vorschüsse bezahlen. Auf die Vollstreckung kann der Handwerker warten, bis er pleite ist. Auch dann geschieht es nur selten, dass er sein Geld bekommt. Viele Handwerker haben darum kaum eine andere Wahl, als ihre Schuldner mit kriminellen Machenschaften unter Druck zu setzen. Wie tief der sogenannte Rechtsstaat schon heruntergekommen ist, zeigt folgendes Beweisstück, ein Inserat in der MAZ vom 2.4.2003:

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Welche Dienste der anonyme Inserent anbietet, müsste untersucht werden. Es kann sich um eine private Schuldner-Datenbank nach dem Vorbild von Schufa oder Creditreform handeln, aber auch um eine Inkasso-Organisation, die nach eigener Willkür hart zupackt.

Voll-Ödie

Prototyp des öffentlichen Bediensteten. Dem Voll-Ödie ist egal, wer das Geld verdient hat, das ihm monatlich überwiesen wird. Hauptsache, er bekommt es.

Dem Voll-Ödie reicht nicht, von anderen zu leben. Obendrein schadet er den Anderen nach Kräften. Beispiele: ein Polizist, der "in Verfolgung dienstlicher Pflichten" auf der Autobahn rückwärts fuhr, oder der intrigante Mief im staatlichen Wissenschaftsbetrieb.

Die verhasstesten Feinde des Voll-Ödie sind die Hilfe suchenden Bürgerinnen und Bürger, weil sie verlangen, dass der Voll-Ödie arbeiten soll. Der gefährlichste Feind des Voll-Ödie ist jedoch der Edel-Ödie. Letzterer weiß zu viel und bringt womöglich sein Wissen an die Öffentlichkeit.

Der Voll-Ödie ist ausreichend qualifiziert, wenn er die Wörter "zuständigkeitshalber abgeben" kennt. Damit kann er Anfragen aller Art mühelos abwimmeln.

Jeder Mensch verkümmert, wenn er nicht regelmäßig gefordert wird. Frittenbuden-Betreiber haben darum mehr handfeste Kenntnisse als beamtete Professoren nach 30 Ausbildungs- und 25 Jahren Berufsjahren.

Halb-Ödie

Halb-Ödies haben keine Staatsposten. Aber ähnlich wie bei den Voll-Ödies beruht ihre Existenz auf Gesetzen, die ihnen den Zugriff auf anderleuts Geld gestatten.

Halb-Ödies sind z.B. Rechtsanwälte. Vor Amtsgerichten darf man sich selbst vertreten. Doch bei Scheidungen oder wenn der Prozess vor ein höheres Gericht geht, muss man einen Rechtsanwalt engagieren. Das wird teuer. Auch Ärzte kommen wegen der Krankenversicherungspflicht elegant an das Geld ihrer Mitmenschen. Ähnliches gilt für Altenpfleger und die Pflegeversicherung. Dazu kommen der TÜV und viele andere Ingenieur-Büros, die wegen der verschiedensten gesetzlichen Bestimmungen zu bezahlen sind, und die Kirchen mit staatlichem Steuereinzug.

Zählt man Voll- und Halb-Ödies zusammen, bleibt nur eine Minderheit aller Deutschen, die mit vollem Risiko arbeitet. Größte Verlierer bei dem unfairen Spiel sind die Leute, die in den Supermärkten Dosen stapeln.

Nichtsdestoweniger sind Halb-Ödies besser als Voll-Ödies, weil Halb-Ödies konkurrieren. Ist man mit einem Rechtsanwalt unzufrieden, beauftragt man einen anderen. Um einen Voll-Ödie aber kommt man nicht herum, auch wenn er alles verpfuscht.

Schornsteinfeger und die Beschäftigten der Kammern (Handwerkskammern, Industrie- und Handelskammern, Rechtsanwaltskammern usw.) zählen eher zu den den Voll-Ödies. Beiträge zu den Kammern sind wie Steuern. Um ihnen zu entgehen, kann man nur
a) die selbstständige Arbeit beenden,
b) kriminell werden oder
c) sterben.

Elite-Ödie

Die Beschäftigten der Finanzämter sind die Elite des deutschen Staatsdienertums. Es ist erstaunlich, wie viel in den Finanzämtern trotz schlechter Arbeitsbedingungen geleistet wird. Auch in den privaten Unternehmen sind die Inkasso-Abteilungen meist tüchtiger als die Dienstleistungs- und Produktionsabteilungen.

Von individuellen Schwankungen abgesehen lassen sich folgende Qualitäten schätzen:

(+) Finanzämter
(-) Arbeits- und Sozialämter
(--) BfA und andere öffentliche Verwaltungen
(--) Schulen und Universitäten
(--) Polizei
(--) Bundeseisenbahnvermögen (Bahnbeamte)
(---) Geheimdienste
(---) Justiz, besonders Staatsanwaltschaften
(---) Parlamente und Regierungen

Edel-Ödie

Vom Aussterben bedroht. Edel-Ödies wollen für das Geld, das sie überwiesen bekommen, eine Gegenleistung erbringen.

Junge Leute, die als Edel-Ödies anfangen, werden von den eingesessenen Voll-Ödies angeglichen. Wollen sich die Anfänger nicht anpassen, werden sie schikaniert. Auch kann ein Edel-Ödie niemals Karriere im Öffentlichen Dienst machen. Seine Vorgesetzten, die ausnahmslos Voll-Ödies sind, werden dies verhindern. Voll-Ödies haben wenig Scherereien und werden bis an ihr Ende gemästet. Den Edel-Ödies geht es dagegen meist schlecht. Sie halten es selten lange im Öffentlichen Dienst aus.

Edel-Ödies neigen dazu, Kritik an der eigenen Behörde zu üben. Sie sind dann, nach Meinung der Voll-Ödies, Querulanten und Nestbeschmutzer. Wenn Edel-Ödies Verbesserungsvorschläge auf dem Dienstweg vorbringen, werden sie abgewimmelt. Wenn sie Kritik und Vorschläge veröffentlichen, werden sie wegen Geheimnisverrats bestraft.

Super-Ödie

Trotz des Wohlklangs verheißt der Titel nichts Gutes. Super-Ödies sind Voll-Ödies, welche Politiker wurden. Beispiele: die Deutschlehrer Jürgen W. Möllemann (FDP) und Hans Eichel (SPD), der Richter Barnabas Schill (PRO). Steigerung der Super-Ödies sind die Super-Halb-Ödies: Rechtsanwälte, die - angetrieben durch die Juristenschwemme - beschlossen haben Politiker zu werden. Beispiele: Gerhard Schröder (SPD), Roland Koch, Christean Wagner, Volker Bouffier (alle CDU), Rupert v.Plottnitz (BündnisGrüne), Horst Mahler (NPD) und viele viele andere. Dagegen hat der Verfasser dieser Seiten noch nie einen Super-Edel-Ödie kennen gelernt. Auch Super-Elite-Ödies sind selten, weil Elite-Ödies etwas zu tun haben.

Polizei dein Freund dein Helfer

Polizei

Der Spruch
"Die Polizei im nationalsozialistischen Deutschland hat es sich zum Ziel gesetzt, vom deutschen Volk als sein bester Freund und Helfer angesehen zu werden" stammt von Heinrich Himmler, Reichsführer SS und Chef der Dt.Polizei, selbstverständlich auch Chef der Gestapo (1934).
Der Spruch
"Die Polizei lügt nicht" stammt aus dem NS-Film Eine Nacht im Mai (1939).

Justiz

Das deutsche Wort Schuft bezeichnet einen niederträchtigen Betrüger. Das deutsche Wort Schuft ist über das Jiddische dem Hebräischen entlehnt: Schojfet bedeutet Richter. Schojftim ist das allen Bibelkundigen bekannte Buch der Richter. Das natürliche Geschäft der Richter ist Rechtsbeugung. Ausnahmen können nur selten gemacht werden.

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