Siegfried und der Drachenköter

Es ist gefährlicher, hier ein paar Kilometer mit dem Fahrrad zu fahren als sich quer durch das Berliner Gewimmel zu bewegen.

Ich kam von hinten links angeradelt und sah von weitem nur Siegfried, erkennbar an der gewaltigen Heldenbrust. Siegfried stand seltsam verkrampft hinter seinem Fahrrad. Siegfried tat nichts Rechtswidriges. Er darf sich hinter seinem Fahrrad verbarrikadieren. Also verkniff ich mir alle dummen Bemerkungen und segelte an ihm vorbei um die Ecke.

Dann fiel mich der Drachenköter an. Er wollte sich in meinem Oberschenkel festbeißen, kriegte aber die Schnauze nicht weit genug auf. Er war zu betrunken.

Siegfried verbarrikadiert

Als ich am Drachenköter vorbei war, konnte er sich nicht mehr entscheiden, ob er zuerst Siegfried oder mich beißen wollte. Ich steige also vom Fahrrad und nehme den Fotoapparat. Rechts in den Wildkräutern liegt bewusstlos Drachenköters Herrchen. Die Beine gucken raus. Herrchen war noch betrunkener als der Hund.

Siegfried trippelt

Mit der Zeit wurde es Siegfried peinlich, da ich am Drachenköter vorbei gefahren war, während er (Siegfried) immer noch hinter seinem Fahrrad bebte. Also schiebt er mit seitlichen Trippelschrittchen am Drachenköter vorbei, das Fahrrad als Schild vor sich.

Siegfried mutig

Dabei war es laut. Der Drachenköter, ein Bastard zwischen Rottweiler und Schäferhund, kläffte ohrenbetäubend. Siegfried brüllte immer wieder: "Du musst deinen Hund festbinden!" Endlich wacht Herrchen auf, winkt den Hund heran und lallt: "Der tut nichts."

Herrchen wäre die ideale Testperson für das neue Arbeitlosen-Programm des gegenwärtigen hessischen Ministerpräsidenten. Im Vergleich zu den meisten Profs und Studies in Marburg ist er (das alkoholkranke, wohnsitzlose Herrchen) fast schon sympathisch.

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