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Schöner Wohnen Farbe: So streichst du Wände sauber und deckend

Schöner Wohnen Farbe richtig verarbeiten: Untergrund prüfen, passendes Werkzeug wählen und nass in nass streichen, damit die Wand streifenfrei deckt.

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Lesezeit
10 Min.
Von
Jens Kortmann
schöner wohnen farbe

Mit Schöner Wohnen Farbe bekommst du eine Wand oft schon in einem Arbeitsgang farbig — deckend und gleichmäßig wird sie aber erst durch saubere Vorarbeit und die richtige Technik. Am Ende hast du eine streifenfreie Wand ohne Ansätze und ohne Wolken im Streiflicht. Dafür brauchst du einen Tag pro Zimmer, eine gute Rolle, einen Eimer mit Abstreifgitter und die Geduld, eine Wand ohne Pause durchzustreichen.

Die richtige Vorbereitung: Das A und O für Schöner Wohnen Farbe

Eine hochwertige Farbe auf einem schlechten Untergrund ist rausgeworfenes Geld. Die Farbe kann nur so gut halten wie die Schicht darunter. Bevor du den ersten Eimer öffnest, prüfst du deshalb die Wand — das dauert pro Raum zehn Minuten und erspart dir später das Abkratzen.

Den Untergrund prüfen

Vier einfache Tests reichen für die meisten Wände:

  • Wischprobe: Fahr mit der flachen Hand über die Wand. Bleibt weißer Staub an der Haut, kreidet der alte Anstrich. Hier hilft nur Abwaschen und eine Grundierung, sonst haftet die neue Farbe auf Pulver.
  • Klebestreifentest: Drück ein Stück Malerkrepp oder Paketband etwa 10 Zentimeter lang fest an und zieh es ruckartig ab. Hängen Farbschuppen am Band, ist der Altanstrich nicht tragfähig und muss runter.
  • Benetzungsprobe: Sprüh etwas Wasser auf die Wand. Dunkelt die Stelle sofort nach und zieht das Wasser in Sekunden ein, saugt der Untergrund stark — typisch für frischen Putz oder Gipskarton. Dann gehört Tiefgrund drauf, sonst trocknet die Farbe fleckig.
  • Kratzprobe: Mit einem Schraubendreher leicht über die Wand kratzen. Bröselt Putz ab, wird ausgebessert, bevor gestrichen wird.

Flecken von Wasser, Nikotin oder Ruß schlagen durch jede Dispersionsfarbe, egal wie hochwertig. Für solche Stellen brauchst du einen Isoliergrund, der die Verfärbung absperrt. Risse und Dübellöcher füllst du mit Spachtelmasse, lässt sie durchtrocknen und schleifst mit Schleifpapier der Körnung 120 bis 180 glatt.

Den Raum vorbereiten

Möbel in die Raummitte, Boden mit Abdeckvlies auslegen — Folie ist rutschig und lässt Tropfen stehen, die du dann mit den Sohlen durchs Haus trägst. Steckdosen- und Schalterabdeckungen schraubst du erst ab, wenn die Sicherung raus ist. Kanten an Decke, Fensterrahmen und Sockelleisten werden mit Malerkrepp abgeklebt. Welche Wandfarbe überhaupt zu welchem Raum passt, steht in den 3 Tipps für die richtige Wandfarbe.

Achte auf die Temperatur: Die meisten Hersteller nennen mindestens 5 bis 8 °C Raum- und Wandtemperatur. In einem kalten Altbauzimmer im Winter heizt du am Vortag durch und lüftest erst nach dem Streichen kräftig.

Werkzeuge und Materialien: Was du für saubere Wände brauchst

Bei Innenfarben entscheidet das Werkzeug mehr über das Ergebnis, als viele denken. Eine billige Rolle verliert Fasern, nimmt zu wenig Farbe auf und hinterlässt Struktur, die nach dem Trocknen jeder sieht.

WerkzeugEmpfehlungWofür
Farbrolle18–25 cm breit, Florhöhe 12–14 mm (glatte Wand) oder 18–20 mm (Raufaser)Flächen
Flachpinsel50–60 mmEcken und Kanten
Eckenrolle oder Ringpinselca. 10 cmRaumecken, Heizkörpernischen
Eimer mit Abstreifgitter10–15 LiterRolle gleichmäßig beladen
Teleskopstange1–2 mDecke und obere Wandhälfte
Malerkrepp30–38 mmAbkleben
Abdeckvliessaugfähig, rutschfestBodenschutz
Spachtel, Spachtelmasse, SchleifpapierKörnung 120–180Ausbessern

Eine Lammfellrolle oder eine hochwertige Polyamidrolle lohnt sich. Wasch eine neue Rolle vor dem ersten Einsatz kurz aus und lass sie trocknen, dann löst sie keine losen Fasern mehr in die Farbe. Eine Leiter mit Ablage und eine Wasserwaage für saubere Farbkanten bei Zweitonwänden gehören ebenfalls dazu. Wer seinen Werkzeugkasten grundsätzlich aufstocken will, findet bei den 9 Werkzeugen, die in jeden Werkzeugkasten gehören eine solide Grundausstattung.

Wie viel Farbe du brauchst

Rechne die Wandfläche aus: Umfang mal Raumhöhe, Fenster und Türen abziehen. Ein Zimmer mit 4 × 5 Metern und 2,50 Metern Höhe hat 18 Meter Umfang, also 45 Quadratmeter Wand. Ziehst du eine Tür und ein Fenster mit zusammen rund 4 Quadratmetern ab, bleiben 41 Quadratmeter — bei zwei Anstrichen also 82 Quadratmeter. Teile diese Zahl durch die Ergiebigkeit, die auf dem Etikett steht, und runde auf. Auf Raufaser brauchst du spürbar mehr als auf glattem Putz. Kauf lieber einen Eimer mehr, denn ein Nachkauf aus einer anderen Charge kann minimal anders ausfallen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Wände streichen wie ein Profi

Das Prinzip heißt nass in nass: Jede neue Bahn wird an eine Bahn angesetzt, die noch feucht ist. So verlaufen die Ränder ineinander, und es entstehen keine Ansätze. Daraus folgt die wichtigste Regel beim Wandstreichen: Eine Wand wird ohne Pause von Ecke zu Ecke gestrichen. Kaffee gibt es erst danach.

  1. Farbe aufrühren. Mit einem Rührstab oder einem Rührquirl am Akkuschrauber zwei bis drei Minuten bei niedriger Drehzahl. Hast du mehrere Eimer, kippst du sie in einem großen Gefäß zusammen, damit der Farbton über die ganze Fläche gleich ist.
  2. Decke zuerst. Wird auch die Decke gestrichen, kommt sie vor den Wänden dran. Was heruntertropft, landet so auf Flächen, die ohnehin noch gestrichen werden.
  3. Kanten vorstreichen. Mit dem Flachpinsel einen etwa 5 Zentimeter breiten Streifen an Decke, Ecken und Leisten ziehen — aber nur für etwa einen Meter Wandbreite im Voraus. Streichst du die Kanten des ganzen Raums vor, sind sie angetrocknet, bis die Rolle kommt, und du siehst später einen Rahmen.
  4. Rolle beladen. Rolle in die Farbe tauchen und zwei-, dreimal über das Abstreifgitter ziehen. Sie soll satt, aber nicht tropfend sein.
  5. Auftragen. Arbeite in Feldern von etwa 1 × 1 Meter. Erst senkrecht auftragen, dann quer verteilen, ohne neue Farbe aufzunehmen.
  6. Abrollen. Zum Schluss jedes Feld mit der fast leeren Rolle in einer Richtung von oben nach unten abrollen, mit leichtem Druck und leicht überlappend. Diese letzten Züge bestimmen, wie die Fläche im Licht aussieht.
  7. Klebeband abziehen. Solange die Farbe noch feucht ist, das Krepp schräg vom Anstrich weg abziehen. Getrocknet reißt es die Farbkante mit ab.

Beim Farbwechsel oder auf stark saugenden Wänden ist ein zweiter Anstrich die Regel. Die Wartezeit dazwischen steht im Technischen Merkblatt; meist sind es einige Stunden. Ich habe einmal eine Wand im Wohnzimmer über die Mittagspause hinweg gestrichen. Die Stelle, an der ich aufgehört hatte, war danach bei Abendsonne als feine Linie zu sehen — bis zum nächsten Renovieren.

Zweifarbige Wand mit sauberer Kante

Designfarben werden gern als Akzent eingesetzt: eine dunkle untere Wandhälfte, darüber Weiß, oder ein farbiges Feld hinter dem Bett. Für eine scharfe Kante streichst du zuerst die hellere Farbe über die spätere Trennlinie hinaus und lässt sie trocknen. Dann ziehst du die Linie mit Wasserwaage und Bleistift, klebst das Krepp auf die helle Seite und streichst die Bandkante noch einmal dünn mit der hellen Farbe. Kriecht dabei Farbe unter das Band, ist es die richtige. Nach dem Trocknen kommt die dunkle Farbe darüber, und das Band wird abgezogen, solange sie noch feucht ist.

Schöner Wohnen Designfarben: Farbtöne, Qualität und Wohngesundheit

Die Designfarben von Schöner Wohnen sind fertig abgetönte Farbtöne im Eimer — du musst also nicht im Baumarkt an der Mischmaschine warten und bekommst denselben Ton auch beim Nachkauf. Die Namen sind eher Stimmungsbilder als technische Angaben: Ob Salbeigrün, Manhattan Grau, Nebelgrau, Horizontblau oder Morgentau — schau dir den Ton an deiner eigenen Wand an, bevor du mehrere Liter kaufst.

Der Grund ist einfach: Farbe wirkt auf einer großen Fläche dunkler und kräftiger als auf einem Farbfächer. Dazu kommt das Licht. Ein Grau, das im Nordzimmer kühl und fast bläulich wirkt, wird in einem Südzimmer warm. Streich deshalb mit einem Probetopf ein Stück Karton von etwa 50 × 50 Zentimetern und häng es zwei Tage an verschiedene Wände, morgens und abends betrachtet.

Qualität am Etikett erkennen

Ob eine Farbe gut deckt, steht nicht in der Werbung, sondern auf dem Eimer. Die Norm DIN EN 13300 teilt Innenfarben nach Deckvermögen (Klasse 1 bis 4) und Nassabriebbeständigkeit (Klasse 1 bis 5) ein — jeweils ist Klasse 1 die beste. Für Flur, Küche und Kinderzimmer, wo öfter mal ein feuchter Lappen drüber muss, lohnt eine niedrige Nassabriebklasse. Auch der Glanzgrad ist dort angegeben: Matte Farben kaschieren Unebenheiten, seidenmatte sind leichter abzuwischen. Wie sich das auf die Raumwirkung auswirkt, beschreibt der Beitrag zu matter und seidenmatter Wandfarbe.

Für die Wohngesundheit achtest du auf die Angaben lösemittel- und weichmacherfrei sowie auf emissionsarme Rezepturen. Das Umweltzeichen Blauer Engel kennzeichnet emissionsarme Wandfarben, und gerade im Schlaf- und Kinderzimmer ist das ein sinnvolles Kriterium. Nachhaltig ist außerdem, nur so viel zu kaufen, wie du brauchst — die Flächenrechnung von oben hilft dabei. Wie Farben auf die Stimmung eines Raums wirken, zeigt der Text über Farben als Architektur der Gefühle.

Häufige Fehler vermeiden: So verhinderst du Streifen und Flecken

Die meisten Probleme beim deckenden Streichen haben nichts mit der Farbe Schöner Wohnen oder einer anderen Marke zu tun, sondern mit der Arbeitsweise. Die vier häufigsten Ursachen:

  • Ansätze und Streifen: Die Wand wurde nicht nass in nass gestrichen, oder die Kanten waren zu weit vorgestrichen. Abhilfe: in Feldern arbeiten und eine Wand immer ohne Unterbrechung fertigmachen.
  • Wolkige Flächen: Der Untergrund saugt ungleichmäßig, etwa über gespachtelten Stellen. Abhilfe: Spachtelstellen vorher mit Tiefgrund oder einem dünnen Vorstrich behandeln.
  • Zu dünner Auftrag: Wer die Farbe zu weit ausrollt, um Material zu sparen, sieht den alten Ton durchscheinen. Die Rolle muss regelmäßig neu beladen werden — etwa alle 1 bis 1,5 Quadratmeter.
  • Ausbessern einzelner Stellen: Ein Tupfer Farbe auf einer getrockneten Wand bleibt fast immer als Fleck sichtbar, besonders bei matten Farben. Besser: die ganze Wand von Ecke zu Ecke noch einmal streichen.

Dunkle Töne verzeihen weniger als helle: Bei einem satten Grau oder Grün sind Rollspuren deutlicher zu sehen, und fast immer braucht es zwei Anstriche. Wenn ein Raum ohnehin wenig Licht bekommt, lohnt sich vorher ein Blick auf die Frage, wie man einen dunklen Raum aufhellt — manchmal ist eine helle Wand mit einem dunklen Akzent die bessere Wahl als vier dunkle Wände.

Werkzeug reinigen und Reste richtig entsorgen

Dispersionsfarben sind wasserbasiert, deshalb reicht zum Reinigen lauwarmes Wasser. Streif die Rolle zuerst gründlich am Gitter und auf Zeitungspapier ab, dann unter fließendem Wasser auswaschen, bis das Wasser klar bleibt. Pinsel hängend trocknen lassen, damit die Borsten nicht verbiegen. Machst du nur eine kurze Pause oder streichst am nächsten Tag weiter, wickelst du Rolle und Pinsel luftdicht in Frischhaltefolie — so bleiben sie bis zu einem Tag einsatzbereit.

Flüssige Farbreste gehören nicht in den Ausguss. Kleine Mengen lässt du im offenen Eimer eintrocknen und entsorgst sie dann über den Hausmüll; größere flüssige Mengen nimmt der Wertstoffhof oder die Schadstoffsammlung an. Volle Eimer mit gut verschlossenem Deckel halten sich frostfrei gelagert eine ganze Weile — praktisch, wenn später eine komplette Wand nachgestrichen werden muss.

Häufige Fragen (FAQ)

Häufige Fragen

Wie viele Schichten Schöner Wohnen Farbe sind für ein deckendes Ergebnis nötig?
Auf einem hellen, gleichmäßigen Untergrund reicht bei einer gut deckenden Farbe oft ein Anstrich. Beim Wechsel von dunkel auf hell, bei kräftigen Farbtönen oder auf stark saugenden Wänden sind zwei Anstriche die Regel. Die Wartezeit dazwischen steht im Technischen Merkblatt.
Kann man Schöner Wohnen Designfarben untereinander mischen?
Technisch geht das, solange beide Farben vom gleichen Typ und Glanzgrad sind. Der entstehende Ton lässt sich aber kaum exakt nachmischen. Misch deshalb gleich so viel an, wie du für alle Wände des Raums brauchst, und rühre die Mischung gründlich durch.
Welche Rolle spielt die Trocknungszeit beim Nass-in-Nass-Streichen?
Eine entscheidende: Dispersionsfarbe bleibt nur kurze Zeit offen. Setzt du eine neue Bahn an eine bereits angetrocknete an, entsteht ein sichtbarer Ansatz. Arbeite deshalb in Feldern von etwa einem Quadratmeter, streiche Kanten nur einen Meter voraus und mach jede Wand ohne Pause fertig.
Wie erkenne ich, ob mein Untergrund für Schöner Wohnen Farben geeignet ist?
Mit drei schnellen Tests: Bei der Wischprobe darf kein Pulver an der Hand bleiben. Beim Klebestreifentest dürfen keine Farbschuppen am abgezogenen Band hängen. Bei der Benetzungsprobe sollte Wasser nicht sofort einziehen; saugt die Wand stark, kommt vorher Tiefgrund drauf.
Was ist der Unterschied zwischen Designfarben und klassischen Innenfarben?
Designfarben sind fertig abgetönte Farbtöne im Eimer, die du ohne Mischmaschine kaufst und im selben Ton nachkaufen kannst. Klassische Innenfarben sind meist Weiß oder werden im Markt nach Farbkarte abgetönt. Für die Verarbeitung gelten dieselben Regeln.
Wie reinige ich die Werkzeuge nach der Verwendung von Schöner Wohnen Farbe am besten?
Rolle und Pinsel zuerst am Gitter und auf Zeitungspapier abstreifen, dann mit lauwarmem Wasser auswaschen, bis das Wasser klar bleibt. Für Pausen bis zum nächsten Tag wickelst du das Werkzeug luftdicht in Frischhaltefolie. Farbreste gehören nicht in den Ausguss.

Hände frei, bis zum nächsten Projekt,

  • Jens KortmannWohnen, Handwerk & Garten

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